GSW-Mitglied Prof. Dr. Andreas Hoffjan
Marktpreise bei öffentlichen Aufträgen sicher durchsetzen

Prof. Dr. Andreas Hoffjan

Professor Dr. Andreas Hoffjan hat seit 2007 den Lehrstuhl Unternehmensrechnung und Controlling an der Technischen Universität Dortmund inne. Er beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Kalkulation öffentlicher Aufträge, dem Controlling entgeltregulierter Unternehmen, dem Kostenmanagement, internationalem Controlling und Risikomanagement.

Er hat mehr als 120 Beiträge in internationalen wissenschaftlichen Zeitschriften, Büchern und Fachzeitschriften publiziert.

Unserem Verein ist er schon seit einigen Jahren verbunden (über Mitglied Herrn Singer) im Bereich „Preise und Preisprüfungen bei öffentlichen Aufträgen“.

Aktuelle bzw. zuletzt ausgeübte Tätigkeit

  • Inhaber des Lehrstuhls für Unternehmensrechnung und Controlling an der Technischen Universität Dortmund
  • Vorstand des RIF Institut für Forschung und Transfer e.V., Johannes-Rau Forschungsinstitut des Landes NRW
  • Wissenschaftlicher Direktor der DIKOIN GmbH, Digitalisierungsinstitut für Kosten und Innovation

Tätigkeitsschwerpunkte

  • Kalkulation öffentlicher Aufträge
  • Controlling entgeltregulierter Unternehmen • Controlling in öffentlichen Verwaltungen
  • Internationales Controlling
  • Herausgeber und aktueller Schriftleiter der Fachzeitschrift „Controlling”
  • Mit-Herausgeber des Leitkommentars zum öffentlichen Preisrecht Ebisch/Gottschalk/Hoffjan/Müller Aktuell Mit-Verfasser des BMWK-Gutachtens „Evaluierung der Höhe des preisrechtlichen Zinssatzes, seiner Bemessungsgrundlage sowie – in diesem Zusammenhang – der Höhe des kalkulatorischen Gewinns“

Zusätzliche Infos:
https://uc.wiwi.tu-dortmund.de/professur/team/andreas-hoffjan/

Kontakt

TU Dortmund
Lehrstuhl Unternehmensrechnung und Controlling Prof. Dr. Andreas Hoffjan Vogelpothsweg 87
44227 Dortmund
Tel.: 0231/755-3140
Fax: 0231/755-3141
Mail: andreas.hoffjan@tu-dortmund.de

Marktpreise bei öffentlichen Aufträgen sicher durchsetzen

Von toxischen Preisnachlässen: Tankrabatt und Rabattzoo:
Marktpreise bei öffentlichen Aufträgen sicher durchsetzen

Rabatte sind häufig ein teurer Fehler: 1,6 Milliarden Euro wird der Tankrabatt den Staat kosten. Nicht nur teuer, sondern ökonomisch ineffizient und ökologisch kontraproduktiv. Wenn steigende Marktpreise Knappheit widerspiegeln, sollte man den Marktsignalen folgen. Aber auch andere Rabatte können einem teuer zu stehen kommen. Dies gilt insbesondere bei öffentlichen Aufträgen, wenn Auftragnehmer durch Rabatte ihren betriebssubjektiven Marktpreis gefährden.

Dazu fand ein Webinar mit dem BDSV – Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie statt. Thema: Marktpreise bei öffentlichen Aufträgen sicher durchsetzen. Bei der Abrechnung von Bundeswehr-Aufträgen spielt das öffentliche Preisrecht eine große Rolle. Entscheidend für die zulässige Höhe des Preises bei öffentlichen Aufträgen ist der Preistyp. Das Preisrecht sieht einen Vorrang des Marktpreises vor. Dieser Preistyp wird auch von Unternehmen favorisiert, wird aber nicht immer festgestellt.

Was kann einen Marktpreis verhindern? Ein Rabattzoo. So wie im Zoo verschiedene Tierarten ausgestellt werden, pflegen manche Unternehmen eine Artenvielfalt an Rabatten. Während Biodiversität in der Natur gut ist, gilt das nicht für den Preistyp. Sofern sich kein vergaberechtlicher Wettbewerb etabliert, habe ich nur eine Chance, Selbstkostenpreise zu verhindern, nämlich über den betriebssubjektiven Marktpreis. Das ist der Preis, den der Anbieter für die Leistung unter Wettbewerbsbedingungen am Markt üblicherweise erzielt. Dafür aber muss u. a. die Preisgestaltung kontinuierlich verlaufen. Rabatte nach Gutsherrenart gefährden den verkehrsüblichen Preis. Es bedarf einer nachvollziehbaren Rabattstaffel mit System. Also ein Disziplinthema, wo man auch mal als Controller den Vertrieb einfangen muss.

Spätestens seit dem Aus der Baumarktkette Praktiker mit dem legendären Werbeslogan „20% auf alles, außer Tiernahrung“ sollte klar sein, dass Rabatte toxisch sind. Der Slogan führte zu einer Dauer-Rabattierung. Beim Pricing sind Disziplin und Konditionenmonitoring gefordert. Dies gilt auch für die Politik. Eine Steuersenkung von 17 Cent auf Benzin und Diesel ist vielleicht gut gemeint, aber garantiert nicht gut gemacht.

Wie Sie es als Auftragnehmer bei öffentlichen Aufträgen besser machen können? Dazu gibt es regelmäßig Live-Webinare von DIKOIN: zum Thema Marktpreise gemeinsam mit Thomas Wendling, Leiter der Preisüberwachung Stuttgart. Nächster Termin für das ganztägige Webinar ist der 3.11.2026.

Mehr dazu finden Sie unter >>>