Kompetenzzentrum Kritische Infrastrukturen e. V. (KKI e. V.)
Der Verein Kompetenzzentrum Kritische Infrastrukturen e. V. (KKI e. V.) wurde am 26. Oktober 2010 von Experten für den Netz- und Infrastrukturbetrieb gegründet.
Er versteht sich als praxisnahe und fachliche Informations- und Dialogplattform, die sich ganzheitlich dem Schutz kritischer Infrastrukturen als regionaler Partner für die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg widmet.
Der KKI e. V. widmet sich dem Schutz dieser Infrastrukturen durch die Sensibilisierung und Vernetzung von Politik, Wissenschaft und Energiewirtschaft. Denn nur wenn die Aktivitäten und Initiativen aller Akteure in einem sachlichen Diskurs gebündelt werden, lassen sich die gesellschaftlich notwendigen Konsequenzen auch durchsetzen:
Effiziente, wirkungsvolle Prävention und ein verlässliches Krisenmanagement – damit sich Deutschland immer auf den sicheren Betrieb seiner kritischen Infrastrukturen verlassen kann.
Der Verein Kompetenzzentrum Kritische Infrastrukturen e. V. hat sich zum Ziel gesetzt, die Versorgungssicherheit in Deutschland zu erhalten und den Schutz kritischer Infrastrukturen zu verbessern. Der Verein konzentriert sich dabei auf die Sektoren Kritischer Infrastrukturen mit dem Schwerpunkt Energie und Wasser.
Der störungsfreie Betrieb und die Sicherheit kritischer Infrastrukturen ist keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis kontinuierlicher Arbeit und Planung vieler unterschiedlicher Akteure. Kritische Infrastrukturen sind extrem interdependent – also stark miteinander vernetzt und voneinander abhängig. Sie verkörpern eine enorme Komplexität, die sich aus unzähligen technologischen, wirtschaftlichen, politischen und juristischen Komponenten ergibt. Wer diese Komplexität auch in Zukunft sicher beherrschen will, muss rechtzeitig diskutieren, planen und handeln.
Dafür möchte der KKI e. V. das Bewusstsein schärfen – bei den Betreibern kritischer Infrastrukturen, bei Kommunen, Ländern und Bund. Es gilt, neue Herausforderungen zu meistern. Als unabhängige Dialog- und Informationsplattform vernetzt der KKI e. V. wichtige Akteure aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Gemeinsam mit allen Verantwortlichen und insbesondere mit öffentlichen und privaten Betreibern kritischer Infrastrukturen will der Verein Strategien zur Prävention und Krisenbewältigung entwickeln. Ein wichtiger Meilenstein, den die Vereinsarbeit erreichen soll, ist die Entwicklung und Implementierung bundesweiter Standards im Bereich Prävention und Krisenmanagement.
13. Fachtagung des KKI e. V.
„Kritische Infrastrukturen im Zentrum der Zivilen Verteidigung – Politik, Bundeswehr und KRITIS-Betreiber im Dialog“
Am 14. Oktober 2025 fand im VKU‑Forum in der Invalidenstraße, Berlin, die 13. Fachtagung des KKI e.V. unter dem Titel „Kritische Infrastrukturen im Zentrum der Zivilen Verteidigung – Politik, Bundeswehr und KRITIS-Betreiber im Dialog“ statt.
Mehr als 100 Teilnehmende aus Wirtschaft, Politik und Verbänden kamen zusammen, um sich mit den gegenwärtigen sicherheitspolitischen Herausforderungen für Betreiber kritischer Infrastrukturen (KRITIS) auseinanderzusetzen.
Auch GSW-Netzwerk e.V. war vor Ort aktiv vertreten durch Prof. Dr. Wolfgang Rehak, den Leiter und Repräsentanten unseres Hauptstadtbüros von GSW-Netzwerk e.V.. Bei dieser hochinteressanten Veranstaltung wurde eine engere Zusammenarbeit zwischen beiden Verbänden vereinbart sowie neue Kontakte geknüpft.
Zentrale Botschaften:
- KRITIS sind das Rückgrat der Zivilen Verteidigung. Ohne Energie, Wasser, Kommunikation & Gesundheit funktioniert kein Krisenmanagement.
- Schutzziele müssen jetzt definiert werden. Betreiber dürfen nicht auf Vorgaben warten – Vorsorge beginnt im eigenen Haus.
- Zivile und militärische Kräfte müssen enger kooperieren. Nur abgestimmte Netzwerke sichern Handlungsfähigkeit.
- Neue Bedrohungen erfordern neue Strategien. Cyberangriffe, Drohnen und Sabotage sind reale Gefahren.
- Von internationalen Modellen lernen. Frankreich zeigt, wie ressortübergreifende Vorbereitung gelingt.
- Vertrauen und Kommunikation sind Teil der Sicherheit. Transparenz stärkt Resilienz.
Ausgangslage und Zielsetzung
Die Fachtagung richtete den Fokus auf die aktuell wachsenden Bedrohungslagen – von Drohnenangriffen über Cyberattacken bis hin zu Strommastausfällen – und deren Auswirkungen auf Betreiber kritischer Infrastrukturen.
In seiner Begrüßung hob der 1. Vorsitzende von KKI e.V., Martin Debusmann, hervor, dass nach dem Terroranschlag auf den Berliner Breitscheidplatz 2016 die Sensibilität bereits gestiegen sei – doch die Weltlage von heute erfordere nochmals ein anderes Maß an Vorbereitung.
Der Geschäftsführer des Vereins, Andrej Philippi, unterstrich die Bedeutung des Dialogs zwischen Betreiberseite, Politik und militärischen/zivilen Schutzinstitutionen: „Kritische Infrastruktur im Zentrum der zivilen Verteidigung“ lautete folgerichtig auch die Leitformel der Veranstaltung.
Vorträge und zentrale Impulse
Mehrere namhafte Expert:innen lieferten Impulse – hier einige der Highlights:
Björn Stahlhut, Experte für gesundheitlichen Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung (u. a. ReserveOberst der Bundeswehr), thematisierte die Frage, inwiefern die Staats- und Regierungsfunktionen im Krisenfall aufrechterhalten werden können. Er kritisierte, dass seit 2006 über Schutzziele für KRITIS gesprochen werde — bisher jedoch ohne Ergebnis.
„Wenn wir erst 2029 aufwachen und die Tür des Schlafwagens aufreißen, ist es zu spät.“
Er rief Betreiber dazu auf, umgehend mit der Erarbeitung von Schutzzielen zu beginnen – mit der Frage im Zentrum: „Sind wir vorbereitet oder nicht?“
Olivier Brun, Commissaire des Police und Sicherheitsberater aus Frankreich, zeigte anhand der Sicherheitsvorbereitung für die Olympischen und Paralympischen Spiele in Paris, wie andere Länder sich auf potenzielle Bedrohungslagen systematisch eingestellt haben.
Diese Perspektive unterstrich: Es gibt bewährte internationale Modelle, von denen auch Betreiber und Politik in Deutschland lernen können.
Johannes Steger, Autor des Buches „Deutschland im Ernstfall“ und Managing Director bei FGS Global (Europe) GmbH, sprach über die Bedeutung von Vertrauen in Zeiten geopolitischer Turbulenzen, Fake News und gesellschaftlicher Spaltung. Er plädierte dafür, dass der Aufbau von resilienten Netzwerken und transparenter Kommunikation wichtiger denn je sei.
Bedeutung für Betreiber kritischer Infrastrukturen
Für KRITIS-Betreiber bedeutet die Fachtagung eine klare Aufforderung:
- Die klassischen Szenarien reichen nicht mehr aus – neue Bedrohungsformen (Drohnen, gezielte Cyberangriffe, gezielte Sabotage) sind bereits Realität.
- Eine nachhaltige Krisenvorsorge verlangt sowohl technische Maßnahmen als auch organisatorische und kommunikative Vorbereitung.
- Der Austausch zwischen Betreiberseite, Politik und zivilmilitärischen Einheiten darf nicht nur statisch sein, sondern muss lebendig, praxisnah und vernetzt erfolgen.
- Der Verein KKI e.V. macht mit dieser Tagungsreihe deutlich, dass Infrastruktursicherheit nicht nur ein Randthema ist, sondern im Zentrum der zivilen Verteidigung steht – und damit Bestandteil einer gesamtgesellschaftlichen Widerstandsfähigkeit.
Ausblick
Die 13. Fachtagung hat wichtige Impulse gesetzt – nun gilt es, die Erkenntnisse in die Praxis zu übersetzen: Schutzziele definieren, Szenarien regelmäßig durchspielen, Schnittstellen zwischen Betreiber, Politik und Schutzstrukturen stärken.
Für die Betreiber KRITIS gilt: Vorbereitung ist kein optionales Extra, sondern ein notwendiger Teil der Geschäftskontinuität. Für Politik und Verwaltung: Die Infrastrukturschutzstrategie muss weiterentwickelt werden – praxisnah, verbindlich, kollaborativ.
Der KKI e.V. lädt ein, diese Themen auch künftig im Netzwerk aktiv anzugehen – die nächste Gelegenheit zum Austausch folgt.
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Kernthesen der 13. Fachtagung des KKI e. V.
- Kritische Infrastrukturen sind das Rückgrat der zivilen Verteidigung
Ohne funktionierende Energie-, Wasser-, Gesundheits-, Kommunikations- und Transportstrukturen kann kein moderner Staat im Krisen- oder Verteidigungsfall bestehen.
➡️ Schutz und Resilienz von KRITIS sind daher nicht nur eine wirtschaftliche, sondern eine sicherheitspolitische Aufgabe. - Schutzziele müssen verbindlich definiert werden
Seit fast zwei Jahrzehnten wird über Schutzziele für KRITIS gesprochen – konkrete Standards fehlen jedoch weiterhin.
➡️ Betreiber dürfen nicht länger auf politische Vorgaben warten, sondern müssen eigene Schutzzielprozesse starten.
➡️ Frühzeitige Risikoanalysen und Szenarien sind essenziell, um operative Handlungsfähigkeit zu sichern - Zivile und militärische Verteidigung müssen enger verzahnt werden
Der Bevölkerungsschutz, das Bundesamt für Katastrophenhilfe und die Bundeswehr müssen koordiniert agieren.
➡️ Krisenvorsorge ist keine isolierte Aufgabe einzelner Behörden, sondern ein Netzwerkprojekt mit gemeinsamer Kommunikationsstruktur und abgestimmter Logistik. - Neue Bedrohungen verlangen neue Sicherheitsstrategien
Die Bedrohungslage hat sich verändert: Cyberangriffe, Desinformationskampagnen, Drohnenattacken und Sabotageakte stellen reale Risiken dar.
➡️ Notwendig sind kombinierte Schutzkonzepte, die technische, organisatorische und kommunikative Komponenten integrieren. - Internationale Kooperation stärkt nationale Resilienz
Beispiele aus Frankreich (Sicherheitskonzepte rund um die Olympischen Spiele in Paris) zeigen, wie systematische, ressortübergreifende Vorbereitung funktioniert.
➡️ Deutschland kann von solchen Modellen lernen und sollte internationale Standards adaptieren. - Kommunikation und Vertrauen sind Sicherheitsfaktoren
Gesellschaftliche Resilienz hängt auch von Vertrauen, Transparenz und Aufklärung ab.
➡️ In Krisen zählt nicht nur Technik, sondern auch glaubwürdige Kommunikation.
➡️ Vertrauen entsteht durch klare Verantwortlichkeiten und den kontinuierlichen Austausch zwischen Betreibern, Politik und Bevölkerung. - Handeln ist jetzt erforderlich – nicht erst 2029
Mehrere Redner warnten vor einem „Aufwachen im Schlafwagen“.
Die Zeit drängt: Schutzkonzepte, Übungen und Netzwerkstrukturen müssen jetzt umgesetzt werden, um im Ernstfall funktionsfähig zu sein.
Fazit:
Kritische Infrastrukturen bilden das Fundament der Zivilen Verteidigung – ihre Sicherung ist keine Option, sondern eine nationale Notwendigkeit.
Für weitergehende Infos hierzu kontaktieren Sie unsere Geschäftsführung
info@gsw-netzwerk.org










